Kategorie: Deal Analyse

  • Immobilienrechner für Wohnungen: Kaufpreis, Rendite und Nebenkosten berechnen

    Immobilienrechner für Wohnungen: Kaufpreis, Rendite und Nebenkosten berechnen

    Immobilienrechner für Wohnungen: Kaufpreis, Rendite und Nebenkosten berechnen

    Lesedauer: 11 Minuten — Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2026

    Wer eine Eigentumswohnung kauft, rechnet anders als beim Haus. Hausgeld, Instandhaltungsrücklage und nicht umlagefähige Posten verschieben die Rendite um Prozentpunkte – und genau hier kommen die meisten Anfänger ins Schleudern. Dieser Leitfaden zeigt, welche Eingaben ein belastbarer Immobilienrechner für Wohnungen braucht, wie du Nebenkosten und Cashflow seriös ansetzt und an welchen Schwellen sich der Deal trägt.

    Auf dieser Seite

    Was ein Immobilienrechner für Wohnungen wirklich leisten muss

    Ein Immobilienrechner für Wohnungen ist mehr als ein Mietrendite-Tool. Bei einer Eigentumswohnung (ETW) entscheidet nicht der Bruttokaufpreis über den Cashflow, sondern das Zusammenspiel aus Kaufnebenkosten, monatlichem Hausgeld, nicht umlagefähigen Anteilen und der Instandhaltungsrücklage. Wer diese Posten in einem Excel mit drei Zellen abbildet, übersieht systematisch zwischen 0,8 und 1,5 Prozentpunkte Nettorendite – und genau in dieser Spanne entscheiden sich die meisten Deals.

    Anders als beim Einfamilienhaus betreibst du eine Wohnung nicht allein. Du bist Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG), und die Gemeinschaft entscheidet über Sanierungen, Aufzugsmodernisierung oder Dachsanierung mit. Ein vernünftiger Rechner muss deshalb nicht nur den IST-Zustand abbilden, sondern auch Sonderumlagen und einen Risikopuffer für anstehende Beschlüsse einplanen. Die rechtliche Grundlage findest du im Wohnungseigentumsgesetz (WoEigG).

    Die zweite Besonderheit: Wohnungen reagieren stärker auf Mikrolage. Ein Block weiter, ein anderes Stockwerk, eine andere WEG – und die Bruttomietrendite springt von 4,2 % auf 5,1 %. Dein Rechner muss also flexibel genug sein, mehrere Szenarien parallel durchzuspielen, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Wenn du eine generelle Einführung in Renditen suchst, lohnt sich vorher ein Blick auf Mietrendite berechnen.

    Die 7 Eingaben, die jede Wohnungs-Analyse braucht

    Damit eine Wohnungsanalyse trägt, brauchst du sieben Werte. Mehr nicht, aber auch nicht weniger:

    1. Kaufpreis – netto, ohne Nebenkosten.
    2. Wohnfläche in m² – Basis für Quadratmeterpreis und Vergleichsmiete.
    3. Kaltmiete IST oder bei Eigennutzung die ortsübliche Vergleichsmiete.
    4. Hausgeld gesamt und nicht umlagefähiger Anteil (typisch 25–35 % des Hausgelds).
    5. Instandhaltungsrücklage in der WEG, in € und pro m² – ein Indikator für die Finanzgesundheit.
    6. Sanierungskosten in den nächsten fünf Jahren laut Protokollen der Eigentümerversammlung.
    7. Eigenkapital und gewünschter Beleihungsauslauf (LTV).
    Inputs einer Wohnungsanalyse: Kaufpreis, Wohnfläche, Miete, Hausgeld, Rücklage, Sanierung, Eigenkapital
    Inputs einer Wohnungsanalyse: Kaufpreis, Wohnfläche, Miete, Hausgeld, Rücklage, Sanierung, Eigenkapital

    Mit diesen sieben Werten lässt sich jede Wohnung in unter einer Minute auf Bruttomietrendite, Nettomietrendite und Cashflow nach Steuern durchrechnen. Wer einen dieser Werte aus dem Bauch heraus annimmt – besonders das nicht umlagefähige Hausgeld und die Instandhaltungsrücklage – produziert systematisch zu optimistische Ergebnisse.

    Ein Tipp aus der Praxis: Lass dir vor dem Kauf die letzten drei Protokolle der Eigentümerversammlung und die aktuelle Hausgeldabrechnung geben. Beides kostet nichts, beantwortet aber 80 % aller Fragen, die ein Rechner sonst nur schätzen kann.

    Nebenkosten beim Wohnungskauf realistisch ansetzen

    Die Kaufnebenkosten in Deutschland und Österreich liegen typischerweise zwischen 9 % und 12 % des Kaufpreises. Sie setzen sich aus vier Posten zusammen:

    Posten Spanne Bemerkung
    Grunderwerbsteuer 3,5 % – 6,5 % Bundesland-abhängig (Bayern 3,5 %, NRW 6,5 %, AT 3,5 %)
    Notar 1,0 % – 1,5 % inkl. Grundbucheintragung in DE
    Grundbuch 0,5 % nur DE, in AT separat eingetragen
    Maklerprovision 0,0 % – 3,57 % seit 2020 in DE 50/50-Teilung, oft 3,57 % brutto

    Die offiziellen Sätze pro Bundesland findest du beim Bundesfinanzministerium. Für eine Wohnung in Leipzig (Sachsen, GrESt 5,5 %) zu 220.000 € liegen die Nebenkosten bei rund 24.300 €, also 11,05 %. In München (Bayern, GrESt 3,5 %) wären es bei gleichem Kaufpreis nur 8,5 %. Diese Differenz von 5.600 € verändert die Eigenkapitalrendite spürbar – und genau deshalb gehört das Bundesland in jeden ernstzunehmenden Rechner.

    Häufiger Fehler: Maklerprovision wird mit netto angesetzt. Korrekt ist die Bruttoprovision (3,57 % bei 19 % USt), denn als Privatperson kannst du die Vorsteuer nicht ziehen. Wer hier 0,57 Prozentpunkte unterschlägt, sieht auf dem Papier eine Rendite, die in der Realität nicht existiert.

    Rendite richtig berechnen: Bruttomiete reicht nicht

    Drei Renditebegriffe trennen den Hobby-Investor vom Profi:

    Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete / Kaufpreis. Das ist die Headline-Zahl auf jedem Exposé, aber sie blendet alles aus, was Geld kostet. Eine Wohnung mit 4,8 % Bruttorendite kann nach Hausgeld und Sanierungsstau bei 2,1 % netto landen. Was eine vernünftige Schwelle ist, klärt der Beitrag Was ist eine gute Mietrendite?.

    Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete – nicht umlagefähiges Hausgeld – jährliche Instandhaltungsrücklage – Verwaltungskosten) / (Kaufpreis + Kaufnebenkosten). Das ist die Zahl, mit der du tatsächlich rechnest. Bei einer typischen Wohnung in B-Lage liegt sie 1,2 bis 1,8 Prozentpunkte unter der Bruttorendite.

    Cashflow nach Steuern und Tilgung = Nettomieteinnahmen – Zinsdienst – Tilgung + Steuerersparnis durch AfA und Werbungskosten. Das ist die Zahl, die monatlich auf deinem Konto landet. Bei vermieteten Bestandswohnungen liegt die AfA bei 2,0 % p.a. auf den Gebäudeanteil (ab Baujahr 1925), bei Neubauten ab 2023 sind degressive 6 % möglich. Eine vollständige Cashflow-Methodik findest du unter Cashflow Immobilie berechnen.

    Aufbau Brutto- vs Nettomietrendite vs Cashflow nach Steuern
    Aufbau Brutto- vs Nettomietrendite vs Cashflow nach Steuern

    Eine vereinfachte Faustformel für die Vorabprüfung: Die monatliche Kaltmiete pro Quadratmeter sollte mindestens 0,4 % des Kaufpreises pro Quadratmeter betragen, damit die Wohnung nach Hausgeld nicht in den negativen Cashflow rutscht. Bei einem Quadratmeterpreis von 2.750 € brauchst du also mindestens 11 €/m² Kaltmiete. Liegt die ortsübliche Miete darunter, ist der Deal unter aktuellen Zinsen ohne deutlichen Eigenkapitalanteil schwer darstellbar. Aktuelle Bauzins-Niveaus zeigt die Bundesbank-Zinsstatistik.

    Hausgeld: der Posten, den Anfänger unterschätzen

    Das Hausgeld ist der häufigste Grund, warum eine Wohnung auf dem Papier aussieht wie ein Top-Deal und in der Realität ein Renditefresser ist. Es teilt sich in drei Blöcke:

    Umlagefähiges Hausgeld (typisch 60–75 %) – Heizung, Wasser, Müll, Hausreinigung, Aufzug, Beleuchtung. Diese Posten reichst du via Betriebskostenabrechnung an den Mieter weiter.

    Nicht umlagefähiges Hausgeld (typisch 25–35 %) – Verwaltergebühr, Kontoführung, Versicherungen ohne mietvertragliche Umlage, Reparaturen außerhalb der Rücklage. Diese Posten zahlst du als Eigentümer und kannst sie nicht weitergeben.

    Instandhaltungsrücklage – wird vom Hausgeld abgezweigt und auf einem WEG-Konto angespart. Üblich sind 1,00–1,50 €/m² monatlich. Liegt die Rücklage darunter und das Haus ist über 30 Jahre alt, droht eine Sonderumlage.

    Aufteilung Hausgeld: umlagefähig, nicht umlagefähig, Instandhaltungsrücklage
    Aufteilung Hausgeld: umlagefähig, nicht umlagefähig, Instandhaltungsrücklage

    Beispiel: Bei einer 75-m²-Wohnung mit 280 € Hausgeld, davon 30 % nicht umlagefähig (84 €) und 90 € Rücklage, bleiben 175 € pro Monat (84 € + 90 €), die deinen Cashflow direkt belasten. Im Jahr sind das 2.100 € – bei 13.500 € Jahresnettokaltmiete gehen damit 15,6 % der Mieteinnahmen weg, bevor du den ersten Euro Zins gezahlt hast.

    Beispielrechnung: 80-m²-Wohnung in Leipzig zu 220.000 €

    Damit es konkret wird, hier ein vollständiger Durchlauf in fünf Schritten:

    Schritt 1: Eckdaten erfassen

    • Kaufpreis: 220.000 €
    • Wohnfläche: 80 m² (2.750 €/m²)
    • Kaltmiete: 720 €/Monat (9,00 €/m²)
    • Hausgeld: 280 €/Monat, davon 30 % nicht umlagefähig
    • Instandhaltungsrücklage: 90 €/Monat (1,13 €/m²)
    • Eigenkapital: 50.000 €
    • Finanzierung: 195.000 € (inkl. Nebenkosten teilfinanziert)
    • Zinssatz: 3,8 %, Tilgung 2,0 %, Annuität 944 €/Monat

    Schritt 2: Kaufnebenkosten Sachsen berechnen

    • Grunderwerbsteuer 5,5 %: 12.100 €
    • Notar 1,5 %: 3.300 €
    • Grundbuch 0,5 %: 1.100 €
    • Makler 3,57 %: 7.854 €
    • Summe: 24.354 € (11,1 %)
    • Gesamtinvestition: 244.354 €

    Schritt 3: Jahresberechnung aufstellen

    • Bruttomieteinnahmen: 720 € × 12 = 8.640 €
    • Bruttomietrendite: 8.640 / 220.000 = 3,93 %
    • Nicht umlagefähig (84 €) × 12 = 1.008 €
    • Rücklage 90 € × 12 = 1.080 €
    • Verwaltungspauschale Eigentümer: 200 €
    • Nettomieteinnahmen: 8.640 – 2.288 = 6.352 €
    • Nettomietrendite auf Gesamtinvest: 6.352 / 244.354 = 2,60 %

    Schritt 4: Cashflow vor Steuern bestimmen

    • Annuität: 944 × 12 = 11.328 €
    • Cashflow vor Steuer: 6.352 – 11.328 = –4.976 €/Jahr (ca. –415 €/Monat)

    Schritt 5: Steuerersparnis und Cashflow nach Steuer

    • Mit AfA 2 % auf Gebäudeanteil 75 %: 220.000 × 0,75 × 0,02 = 3.300 € Werbungskosten
    • Werbungskosten gesamt (mit Zinsanteil ca. 7.300 €): ca. 11.000 €
    • Steuerlicher Verlust vor Tilgung: ca. 4.500 €
    • Bei Grenzsteuersatz 42 %: Steuerersparnis ca. 1.890 €
    • Cashflow nach Steuer: ca. –3.086 €/Jahr (–257 €/Monat)

    Dieser Deal trägt sich ohne Mieterhöhung oder Anschlussfinanzierung zu deutlich niedrigerem Zins nicht aus dem Cashflow. Er ist nur sinnvoll, wenn du an Mietsteigerung in B-Lagen Leipzig glaubst, AfA als Steuerhebel nutzen willst oder mittelfristig auf 1,5 Prozentpunkte niedrigere Zinsen hoffst. Genau diese Schlussfolgerung produziert ein guter Rechner – nicht eine Headline-Bruttorendite.

    Vergleichsrechnung: A-Lage München gegen C-Lage Magdeburg

    Damit klar wird, warum Lagestreuung mehr verändert als jeder Excel-Trick, hier zwei Wohnungen mit identischer Eigenkapitalquote und identischem Zinssatz im direkten Vergleich:

    München, Sendling, 70 m², 595.000 €

    • Kaltmiete: 1.470 €/Monat (21,00 €/m²)
    • Hausgeld: 320 €, davon 30 % nicht umlagefähig
    • Rücklage: 95 €/Monat
    • Bruttomietrendite: 2,96 %
    • Nettomietrendite auf Gesamtinvest (NK 8,5 %): 2,30 %
    • Cashflow nach Steuer (Grenzsatz 42 %): –620 €/Monat
    • Wettpfeiler: Mietsteigerung A-Lage, Wertsteigerung, AfA-Hebel bei hohem Einkommen

    Magdeburg, Stadtfeld, 78 m², 168.000 €

    • Kaltmiete: 660 €/Monat (8,46 €/m²)
    • Hausgeld: 240 €, davon 30 % nicht umlagefähig
    • Rücklage: 78 €/Monat
    • Bruttomietrendite: 4,71 %
    • Nettomietrendite auf Gesamtinvest (NK 11,5 %): 3,42 %
    • Cashflow nach Steuer (Grenzsatz 30 %): –35 €/Monat
    • Wettpfeiler: stabile Mieter, kein Sanierungsstau, geringe Lagewette

    München liefert auf dem Papier die schlechtere Rendite, ist aber der typische „Vermögensaufbau-Hebel“ für Käufer mit hohem Einkommen und langem Anlagehorizont. Magdeburg trägt sich operativ fast aus dem Cashflow, hat aber kein nennenswertes Wertsteigerungspotenzial. Welcher der beiden Deals besser ist, hängt nicht vom Rechner ab, sondern von deinem Ziel: Cashflow heute oder Substanzaufbau über 20 Jahre? Ein guter Wohnungs-Rechner zeigt beides parallel und lässt dich zwischen den Szenarien hin- und herspringen.

    Sanierungsstau und Sonderumlagen: der unterschätzte Risikoposten

    Der zweite Sargnagel jeder Wohnungsanalyse heißt Sonderumlage. Wenn die WEG eine Dachsanierung oder eine Heizungserneuerung beschließt und die Rücklage nicht reicht, wird der Fehlbetrag nach Miteigentumsanteilen umgelegt. In schlecht gerüsteten Gemeinschaften sind 8.000–25.000 € pro Wohnung in den ersten fünf Jahren nach Kauf realistisch.

    Drei Indikatoren für Sonderumlage-Risiko:

    1. Rücklage unter 1,00 €/m² monatlich bei Gebäuden über 30 Jahren – akut unterfinanziert.
    2. Anstehende GEG-Pflichten (Gebäudeenergiegesetz) – Heizungstausch löst typisch 6.000–18.000 € pro Wohnung aus.
    3. Beschlussprotokolle mit „Aufschub“ oder „Vertagung“ kritischer Sanierungspunkte – ein roter Flag, weil die Kosten nicht verschwinden, sondern wachsen.

    Ein belastbarer Rechner zieht eine Risikoprämie für genau diese Posten ab – üblich sind 0,5–0,8 % der Kaufsumme als Reserve über die ersten fünf Jahre. Bei einer 220.000-€-Wohnung sind das 1.100–1.760 € pro Jahr, die du vom Cashflow abziehst, bevor du eine Kaufentscheidung triffst.

    Wann sich eine Wohnung lohnt – und wann nicht

    Drei einfache Schwellen helfen bei der Vorabprüfung im aktuellen Zinsumfeld (Stand 2026, Bauzinsen ca. 3,6–4,1 %):

    Bruttomietrendite ≥ 5,5 % – der Deal trägt sich potenziell mit 25 % Eigenkapital. Realistisch in C- und D-Lagen, NRW-Ruhrgebiet, Mitteldeutschland.

    Bruttomietrendite 4,5–5,5 % – grenzwertig, funktioniert nur mit hohem Eigenkapital (≥ 40 %) oder belastbarer Mietsteigerungsthese. Typisch B-Lagen größerer Städte.

    Bruttomietrendite < 4,5 % – der monatliche Zuschuss ist eingepreist. Funktioniert für Eigennutzer oder Käufer mit AfA-Hebel und starker Lagewette. Typisch A-Lagen München, Hamburg, Frankfurt.

    Renditeschwellen 2026: ab wann sich eine Eigentumswohnung lohnt
    Renditeschwellen 2026: ab wann sich eine Eigentumswohnung lohnt

    Was diese Schwellen nicht abbilden: Mikrolage, Bauzustand, WEG-Gesundheit. Eine Wohnung mit 5,8 % Bruttorendite in einer WEG mit 280 € Rücklage pro m² und stehender Sanierungspflicht kann unterm Strich schlechter laufen als 4,2 % in einem frisch sanierten Block mit gesunder Rücklage und stabiler Mieterstruktur.

    Die ehrliche Antwort lautet deshalb: Eine pauschale Mindestrendite gibt es nicht. Aber unterhalb von 3,5 % brutto solltest du sehr genau wissen, warum du kaufst – sonst ist es eine Wette auf Wertsteigerung, kein Investment.

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    FAQ

    Was ist eine gute Mietrendite bei einer Wohnung?

    Im Zinsumfeld 2026 trägt sich eine Wohnung ab 5,5 % Bruttomietrendite mit 25 % Eigenkapital. Zwischen 4,5 % und 5,5 % brauchst du höheres Eigenkapital oder eine Mietsteigerungsthese. Unter 4,5 % rutschst du in monatlichen Zuschuss.

    Wie hoch sollte das Hausgeld sein?

    Übliche Spanne: 3,00–4,50 €/m² monatlich, je nach Ausstattung (Aufzug, Tiefgarage, Concierge). Davon 60–75 % umlagefähig. Liegt das Hausgeld deutlich darunter, prüfe die Instandhaltungsrücklage – oft fehlt der Puffer für anstehende Sanierungen.

    Lohnt sich eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage?

    Ja, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: Bruttomietrendite über der Schwelle für deine Eigenkapitalquote, gesunde WEG mit ausreichender Rücklage, und ein Lagepfeiler (Bevölkerungswachstum, Infrastruktur, Mietnachfrage). Ohne diese drei Faktoren wettest du auf Preissteigerung, nicht auf Rendite.

    Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Wohnung?

    Mindestens die Kaufnebenkosten (9–12 %), besser 20–25 % inklusive Sicherheitsreserve. Banken finanzieren in DACH üblicherweise bis 90 % LTV des Kaufpreises – die Nebenkosten finanzieren sie nur mit Aufschlag oder gar nicht.

    Was zählt als nicht umlagefähiges Hausgeld?

    Verwaltergebühr, Kontoführung WEG, Reparaturen außerhalb der Rücklage, Beiträge zur Instandhaltungsrücklage selbst, Versicherungen ohne mietvertragliche Umlage. Das sind typischerweise 25–35 % des gesamten Hausgelds und gehen voll zu deinen Lasten als Eigentümer.

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  • Was ist eine gute Mietrendite?

    Zuletzt aktualisiert: 18. März 2026

    Eine gute Mietrendite ist keine feste Zahl, die für jedes Objekt und jede Lage gilt. Ob ein Wert gut ist, hängt stark von Standort, Risiko, Zustand, Strategie, Kaufpreis und Finanzierung ab. Genau deshalb ist die Frage nur im Kontext sinnvoll zu beantworten.

    Kurzantwort

    Eine gute Mietrendite ist die Rendite, die zum Risiko, zur Lage und zur Strategie des Objekts passt. Ein pauschaler Grenzwert hilft wenig, weil ein scheinbar hoher Wert auch auf versteckte Probleme hinweisen kann.

    Für Investoren ist deshalb nicht nur die absolute Höhe wichtig, sondern auch die Qualität hinter der Zahl: Zustand, Mietertrag, Kosten, Leerstand, Finanzierung und Exit.

    Warum gibt es keine eine gute Mietrendite für alle Immobilien?

    Weil Immobilienmärkte nicht homogen sind. Eine Rendite, die in einer A-Lage schwach wirkt, kann in einer kleineren Stadt hervorragend sein. Umgekehrt kann eine sehr hohe Rendite in einer Problem-Lage nach viel Risiko klingen. Auch der Zustand des Objekts spielt mit hinein. Hohe Sanierungsrisiken, schwierige Mieterstruktur oder struktureller Leerstand können eine attraktive Zahl schnell entwerten.

    Zusätzlich verändert deine Strategie die Einordnung. Wer auf maximalen monatlichen Cashflow setzt, bewertet eine Rendite anders als jemand, der eher auf Wertsteigerung und langfristige Entwicklung achtet. Genau deshalb ist die Frage „Was ist eine gute Mietrendite?“ nur als Bewertungsfrage sinnvoll und nicht als starre Formel.

    Welche Faktoren bestimmen, ob eine Mietrendite gut ist?

    Faktor 1

    Lage und Markt

    Je stabiler und nachgefragter der Markt, desto anders kann eine Rendite-Zahl interpretiert werden.

    Faktor 2

    Zustand und Risiko

    Sanierungsbedarf oder schwierige Vermietbarkeit können eine hohe Rendite relativieren.

    Faktor 3

    Kostenstruktur

    Nebenkosten, Rücklagen und nicht umlagefähige Kosten entscheiden mit, wie belastbar die Zahl wirklich ist.

    Faktor 4

    Finanzierung und Strategie

    Die gleiche Rendite kann mit anderer Finanzierung und anderem Ziel komplett anders wirken.

    Wie solltest du eine Mietrendite praktisch einordnen?

    1. Berechne zuerst die Brutto-Mietrendite als groben Filter.
    2. Prüfe danach die Netto-Mietrendite mit realistischen Kosten.
    3. Vergleiche zusätzlich den Cashflow und den Kaufpreisfaktor.
    4. Bewerte die Zahl immer im Kontext von Lage, Zustand und Strategie.
    5. Treffe die Kaufentscheidung erst nach einer vollständigen Deal-Prüfung.

    Beispiel: Warum eine hohe Mietrendite nicht automatisch gut ist

    Beispiel

    Zwei Objekte haben auf dem Papier ähnliche Preise, aber eines wirkt mit deutlich höherer Mietrendite attraktiver. Wenn dieses Objekt allerdings hohe Instandhaltung, schlechte Vermietbarkeit oder strukturelles Leerstandsrisiko mitbringt, kann die scheinbar bessere Kennzahl in der Praxis schwächer sein.

    Einordnung: Eine gute Mietrendite ist nie nur hoch, sondern vor allem belastbar und zum Risikoprofil passend.

    Welche Tools helfen dir bei der Bewertung einer Mietrendite?

    Wenn du eine Mietrendite nicht nur theoretisch, sondern praktisch bewerten willst, solltest du mehrere Kennzahlen zusammenlesen. Der Mietrendite-Rechner hilft dir bei Brutto- und Netto-Sicht. Der Cashflow-Rechner zeigt dir die monatliche Perspektive. Für die erste Gesamt-Einordnung passt der Immobilienrechner für Kapitalanlage als Hub besonders gut.

    Häufige Fragen zur guten Mietrendite

    Ist eine hohe Mietrendite immer besser?

    Nein. Eine hohe Zahl kann auch auf mehr Risiko, schlechtere Lage oder versteckte Probleme hinweisen.

    Welche Kennzahlen sollte ich zusätzlich prüfen?

    Mindestens Cashflow, Kaufpreisfaktor, Kaufnebenkosten und später Finanzierung sowie Steuern.

    Wenn du wissen willst, ob die Rendite wirklich gut ist, prüfe den Deal als Ganzes

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  • Cashflow Immobilie berechnen

    Zuletzt aktualisiert: 18. März 2026

    Wenn du den Cashflow einer Immobilie berechnen willst, reicht die Miete allein nicht. Du musst laufende Kosten, Rücklagen, Instandhaltung und idealerweise auch Leerstand berücksichtigen. Erst dann bekommst du eine Kennzahl, die der monatlichen Realität näher kommt.

    Kurzantwort

    Der einfache Cashflow einer vermieteten Immobilie ist die Monatskaltmiete minus laufende monatliche Kosten. Für eine realistischere Bewertung solltest du zusätzlich Rücklagen, Instandhaltung und einen Leerstandspuffer abziehen.

    Ein positiver Cashflow ist nützlich, aber nur eine von mehreren Deal-Kennzahlen. Finanzierung und Steuern fehlen in der einfachen Formel noch.

    Was bedeutet Cashflow bei einer vermieteten Immobilie?

    Cashflow beschreibt, was dir nach den regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben einer Immobilie monatlich übrig bleibt. Für Investoren ist das eine besonders direkte Kennzahl, weil sie nah am Alltag liegt. Während die Mietrendite eher das Verhältnis von Preis und Ertrag zeigt, sagt dir der Cashflow eher, ob dein Objekt monatlich Luft hat oder permanent Mittel bindet.

    Viele Anleger betrachten Cashflow deshalb als emotionale Kernkennzahl: Fühlt sich der Deal tragfähig an oder nicht? Trotzdem darfst du die Kennzahl nicht isoliert lesen. Ein positiver Cashflow kann bei einem überteuerten Objekt trotzdem vorkommen. Umgekehrt kann ein Deal mit leicht negativem Cashflow strategisch sinnvoll sein. Cashflow ist also wichtig, aber niemals die ganze Wahrheit.

    Wie lautet die Formel für den Cashflow?

    Formel

    Einfacher Cashflow

    Monatskaltmiete - laufende monatliche Kosten

    Das ist die schlanke Formel für den ersten Deal-Filter.

    Formel

    Praktischere Näherung

    Monatskaltmiete - laufende Kosten - Rücklage - Leerstandsverlust

    So kommst du näher an die tatsächliche monatliche Belastbarkeit des Deals heran.

    Welche Kosten solltest du beim Cashflow nicht vergessen?

    • Nicht umlagefähige Betriebskosten und Verwaltung
    • Rücklage und Instandhaltung
    • Leerstand oder Mietausfall als Sicherheitsabschlag
    • Je nach Modell später auch Finanzierung und Steuern

    Gerade Rücklagen und Instandhaltung werden oft schöngerechnet. Wenn du diese Positionen ignorierst, wird aus einem scheinbar starken Cashflow schnell nur ein theoretischer Wert. Für den Einstieg darf deine Formel einfach sein, sie sollte aber nicht unrealistisch werden.

    Beispiel: Cashflow einer Immobilie berechnen

    Beispiel

    Eine Wohnung bringt 980 € Monatskaltmiete. Laufende Kosten liegen bei 210 €, Rücklage und Instandhaltung bei 120 € pro Monat. Dazu setzt du 3 % Leerstand an. Der einfache Cashflow wirkt zuerst komfortabel, der realistischere Cashflow fällt aber deutlich niedriger aus.

    Einordnung: Genau dieser Unterschied entscheidet in der Praxis darüber, ob ein Deal robust ist oder nur auf dem Papier gesund aussieht.

    Wie hängt Cashflow mit Mietrendite zusammen?

    Mietrendite und Cashflow betrachten dasselbe Objekt aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Rendite ist stärker eine Preis-Ertrags-Kennzahl. Cashflow ist stärker eine Monats-Kennzahl. Ein guter Deal für Kapitalanlage braucht in der Regel beides: eine vernünftige Ertragsperspektive und eine realistische monatliche Tragfähigkeit. Darum ist der Cashflow-Rechner besonders wertvoll in Kombination mit dem Mietrendite-Rechner.

    Welche nächsten Schritte sind nach dem Cashflow-Check sinnvoll?

    Wenn dein Objekt einen vernünftigen Cashflow zeigt, solltest du als Nächstes den Immobilienrechner für Kapitalanlage oder direkt die vollständige Deal-Prüfung in useimmo nutzen. Dort kannst du Finanzierung, Steuern, Szenarien und Annahmen ergänzen. Für einen reinen Kennzahlenvergleich hilft zusätzlich das Kaufpreis-Miete-Verhältnis.

    Häufige Fragen zum Cashflow berechnen

    Ist ein positiver Cashflow immer gut?

    Nicht automatisch. Lage, Kaufpreisniveau, Finanzierung und Risiko bleiben trotzdem entscheidend.

    Was ist der häufigste Fehler beim Cashflow?

    Rücklagen, Instandhaltung und Leerstand zu ignorieren oder viel zu niedrig anzusetzen.

    Wenn der Cashflow solide aussieht, prüfe den Deal tiefer

    Starte kostenlos in useimmo und ergänze Finanzierung, Steuern, Szenarien und Annahmen für eine echte Kaufentscheidung.

  • Mietrendite berechnen

    Zuletzt aktualisiert: 18. März 2026

    Wenn du Mietrendite berechnen willst, brauchst du vor allem Kaufpreis, Kaufnebenkosten und die Jahreskaltmiete. Für die Praxis solltest du nicht nur die Brutto-Mietrendite kennen, sondern auch die Netto-Mietrendite und die Grenzen dieser Kennzahl verstehen.

    Kurzantwort

    Die einfache Formel lautet: Jahreskaltmiete geteilt durch den gesamten Kaufaufwand mal 100. Für eine realistischere Mietrendite musst du zusätzlich nicht umlagefähige Kosten, Rücklagen und Instandhaltung berücksichtigen.

    Als erster Filter ist die Mietrendite sehr nützlich. Für die endgültige Kaufentscheidung reicht sie allein aber nicht aus.

    Was bedeutet Mietrendite bei einer Kapitalanlage?

    Die Mietrendite beschreibt, wie stark die Mieteinnahmen im Verhältnis zum Kaufaufwand einer Immobilie stehen. Sie ist deshalb eine der beliebtesten Kennzahlen für Vermietungsobjekte, weil sie sehr schnell zeigt, ob ein Angebot eher teuer oder eher attraktiv wirkt. Gerade in der Anfangsphase einer Deal-Prüfung brauchst du eine einfache Kennzahl, mit der du viele Inserate filtern kannst. Genau dafür ist die Mietrendite geeignet.

    Wichtig ist aber, dass du zwischen Brutto- und Netto-Mietrendite unterscheidest. Die Bruttomietrendite ist schneller zu berechnen, lässt aber mehrere Kostenblöcke außen vor. Die Netto-Mietrendite ist aufwendiger, liefert dafür aber eine realistischere Einordnung. In der Praxis solltest du beide Sichtweisen kennen, damit du nicht schon beim ersten Excel-Check zu optimistisch wirst.

    Welche Formel brauchst du, um Mietrendite zu berechnen?

    Formel

    Brutto-Mietrendite

    Jahreskaltmiete / (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100

    Diese Formel eignet sich für den schnellen Marktvergleich und als erster Filter.

    Formel

    Netto-Mietrendite

    (Jahreskaltmiete - jährliche nicht umlagefähige Kosten) / (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100

    Diese Sicht ist realistischer, weil sie typische laufende Kosten abzieht.

    Welche Werte musst du für die Mietrendite eingeben?

    • Kaufpreis der Immobilie
    • Monatskaltmiete beziehungsweise Jahreskaltmiete
    • Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler
    • Bei der Netto-Sicht zusätzlich nicht umlagefähige Kosten, Rücklage und Instandhaltung

    Viele Einsteiger rechnen zunächst nur Kaufpreis und Miete. Genau dort entstehen aber die typischen Fehler. Wer Kaufnebenkosten ignoriert, überschätzt die Rendite sofort. Wer laufende Kosten ignoriert, bekommt eine Zahl, die im Alltag zu positiv ist. Deshalb solltest du die Kennzahl zwar schlank halten, aber nicht künstlich schönrechnen.

    Beispiel: Mietrendite richtig berechnen

    Beispiel

    Ein Objekt kostet 220.000 €. Die Monatskaltmiete liegt bei 980 €, also 11.760 € pro Jahr. Mit 10 % Kaufnebenkosten steigt der Gesamtaufwand auf 242.000 €. Die Bruttomietrendite liegt damit bei rund 4,9 %.

    Wenn du zusätzlich 2.400 € jährliche nicht umlagefähige Kosten ansetzt, sinkt die Netto-Mietrendite spürbar. Genau dieser Unterschied zeigt, warum ein reiner Brutto-Blick nicht ausreicht.

    Einordnung: Ein sauberer erster Wert ist hilfreich, aber die eigentliche Stärke entsteht erst, wenn du Rendite zusammen mit Kosten, Cashflow und Finanzierung liest.

    Welche Fehler passieren beim Berechnen der Mietrendite am häufigsten?

    • Kaufnebenkosten werden nicht eingerechnet.
    • Die Brutto-Mietrendite wird mit der echten Nettorendite verwechselt.
    • Rücklagen und Instandhaltung werden zu niedrig angesetzt.
    • Die Kennzahl wird isoliert betrachtet, ohne Cashflow oder Finanzierung zu prüfen.
    • Eine gute Rendite wird mit einem guten Gesamt-Deal gleichgesetzt.

    Welche Rechner und Seiten helfen dir danach weiter?

    Wenn du die Mietrendite berechnet hast, solltest du als Nächstes den Mietrendite-Rechner für den direkten Schnellcheck nutzen. Danach lohnt sich der Cashflow-Rechner, weil eine gute Rendite nicht automatisch einen starken Monatsüberschuss bedeutet. Für den Gesamtüberblick über Rendite, Kosten und einfache Einordnung ist der Immobilienrechner für Kapitalanlage der beste Einstiegspunkt.

    Häufige Fragen zum Mietrendite berechnen

    Reicht die Brutto-Mietrendite für eine Kaufentscheidung?

    Nein. Sie ist ein guter Start, blendet aber laufende Kosten, Finanzierung, Steuern und Risiken aus.

    Welche Kosten sollte ich für die Netto-Mietrendite ansetzen?

    Mindestens nicht umlagefähige Kosten, Rücklage und Instandhaltung. Je nach Objekt kann auch Leerstand relevant sein.

    Wenn die Rendite interessant aussieht, prüfe den Deal vollständig

    Starte kostenlos in useimmo und ergänze Finanzierung, Steuern, Kosten und Szenarien statt nur bei einer Rendite-Zahl zu bleiben.